Dave Eggers, „Bis an die Grenze“.

„Es gibt das stolze Glück, ein Glück, das guter Arbeit am hellen Tag entspringt, jahrelanger lohnender Schufterei, und hinterher ist man müde und froh und umgeben von Familie und Freunden, zutiefst zufrieden und bereit für die wohlverdiente Ruhe – Schlaf oder Tod, es wäre einerlei.“ In einem ersten Satz liegt gelegentlich, verschlafen oder vertrocknet, der Kern eines gesamten Romans, und die Arbeit des nachfolgenden Textes, des nachfolgenden Lesens ist es mithin, aus diesem Kern etwas zum Hervorblühen zu bekommen.

Dave Eggers ist ein Autor des Inhalts, dem die Ästhetik manchmal weniger wichtig scheint als das Sujet. In seinem kürzlich auf Deutsch erschienenen Roman Bis an die Grenze (Heroes of the Frontier) erkennt man im Jahr des 200. Geburtstags von Henry David Thoreau den Wunsch nach einem autarken, einsiedlerischen Glück, und eine weitere Probebohrung in einem tiefliegenden amerikanischen Urthema, dem Glück. Was der Autor aus diesem Kernthema hervorblühen lässt, besprach ich vor Kurzem mit Insa Wilke in der Sendung Gutenbergs Welt (WDR3), zum Nachhören gleich hier:

Gutenbergs Welt – In die Wildnis, Sendung von Insa Wilke, WDR3, 18.06.2017.

Dave Eggers, Bis an die Grenze, aus dem amerikanischen Englisch von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann, Kiepenheuer & Witsch, 496 Seiten, gebunden, € 23,-.