Margaret Atwood | Essays

Margaret Atwood. Aus Neugier und Leidenschaft: Gesammelte Essays.

Die englischsprachige Literaturgeschichte produzierte einige glänzende Romanciers, deren Romanwerk bisweilen von ihrem essayistischen Oeuvre noch überragt wird. Freilich ruft diese These bei eingefleischten Fans entweder erschrecktes Japsen oder kopfschüttelnde Unverständnis hervor. Und dennoch, gerade die Essays von D. H. Lawrence, George Orwell, David Foster Wallace oder auch Zadie Smith gehören zum Besten, was die Autorin und Autoren in Worte brachten.

Margaret Atwood, die kanadische Autorin, deren dystopischer Roman Der Report der Magd in jüngster Zeit durch feministische Linsen erneut gelesen und in unserer zertrumpelten Zeit zur Ermächtigung von unterdrückten Strukturen der Gegenwartsgesellschaft herangezogen wurde – Atwood ist eine begnadete Romanautorin, selbst wenn ihre jüngsten Romane mehr und mehr von politischen Belangen getragen sind und die aktivistischen Interessen der öffentlichen Intellektuellen Atwood unverblümter in ihre Werke zurückwirken. Politisierung auf Kosten der Ästhetik? Vielleicht ist es so, vielleicht ist es aber auch nicht so. Doch vielleichtlos: Atwood ist eine begnadete Essayistin, deren Neugier und Leidenschaft im deutschsprachigen Raum noch zu entdecken sind.

Aus Neugier und Leidenschaft sammelt aus Reden, Besprechungen, Essays und Gelegenheitstexten einige Glanzstücke heraus und präsentiert die meisten von ihnen erstmals auf Deutsch – in glänzenden Übersetzungen.

Margaret Atwood, Aus Neugier und Leidenschaft: Gesammelte EssaysAus dem Englischen von Christiane Buchner, Claudia Max und Ina Pfitzner. Berlin-Verlag, Berlin 2017. 480 Seiten, 28 €. Bestellen.